Journalistenpreis des Europäischen Parlaments

Europäischer Journalistenpreis 2011

... geht in der Kategorie Radio nach Deutschland

Am  19. Oktober 2011 verlieh der  Präsident des Europäischen Parlaments, Jerzy Buzek, die Auszeichnungen an vier Journalisten, die herausragende journalistische Arbeit im Bereich Online, TV, Radio und Print geleistet haben und mit ihrem prämierten Beitrag zu einem besseren Verständnis über die Europäische Union und ihre Institutionen beigetragen haben. Der Journalistenpreis des Europäischen Parlaments 2011 geht in der Kategorie Radio nach Deutschland.

Steffen Wurzel vom SWR hat den diesjährigen Journalistenpreis des Europäischen Parlaments in der Kategorie Radio gewonnen.

"Ein brillantes Stück journalistischer Arbeit" - so lautete das Urteil der Jury über den Radiobeitrag "Flüchtlinge, Schlepper und Zäune". Steffen Wurzel berichtet in diesem von der griechisch-türkischen Grenze, die vor allem im vergangenen Jahr zum Schauplatz von Flüchtlingsdramen wurde. Steffen Wurzel gelang es, so die einhellige Meinung der Jury aus Journalisten und Europa-Abgeordneten, die schwierige und komplexe Situation vor Ort und die teils dramatischen Schicksale der Flüchtlinge in fast cineastischer Manier zu vermitteln.

In den drei anderen Kategorien  gewannen den Journalistenpreis 2011:

Romain Gubert vom französischen Wochenmagazin "Le Point" für "Die unglaubliche Geschichte des Euro".

Massimiliano Nespola für seinen Online-Artikel "Wir wissen nicht wann, aber eine europäische Verfassung wird kommen" im Online-Magazin der Sapienza Universität Rom.

Tero Koskinen von YLE, der öffentlichrechtlichen Fernsehanstalt Finnlands, mit dem Programm "Die Rückkehr der Roma".

Bei der Preisübergabe sagte Präsident Jerzy Buzek: "Ich weiß, wie schwierig es sein kann, Europa, deren Politik und deren Entscheidungen zu erklären. Manchmal ist schwierig und kompliziert ein besseres Verständnis für Europa zu fördern."

In der deutschen Jury waren:
  • Petra Pinzler (Die Zeit)
  • Markus Feldenkirchen (Der Spiegel)
  • Thilo Kößler (DeutschlandRadio)
  • Rainer Reichert (Deutscher Journalistenverband)
 
 
Journalistenpreis 2010 ging nach Polen, Schweden, Ungarn und Großbritannien

Das Europäische Parlament vergab 2010 zum dritten Mal einen Preis für herausragende journalistische Leistungen.  EP-Präsident Jerzy Buzek hat Journalisten aus Polen, Großbritannien, Ungarn und Schweden mit dem Journalistenpreis des Europäischen Parlaments in insgesamt vier Kategorien ausgezeichnet: Print, Radio, TV und Internet. Jeder Gewinner erhielt 5000 €.

Witold Szabłowski von der polnischen Tageszeitung Gazeta Wyborcza gewann den Preis in der Kategorie Printmedien für seinen Artikel: "Heute werden zwei Leichen an Land gespült". Der Artikel setzt sich mit dem Problem der illegalen Zuwanderung in die Europäische Union auseinander. Laut der Jury ist der Beitrag "informativ, lebendig und authentisch". Ein Jurymitglied hob die Qualität der Schreibkunst hervor - diesen Artikel zu lesen sei wie das Lesen eines "Literaturwerks".

Kajsa Norell und Nuri Kino von Sveriges Radio Ekot (Schweden) gewannen den Preis in der Kategorie Radio für ihre Reportage über die finanzielle Unterstützung der Türkei durch die EU. Wie ihr investigativer Beitrag zeigt, kommen EU-Gelder nicht  vollständig bei den örtlichen Landwirten in der Türkei an. Die Radiosendung ist laut Jury "eine hervorragende Untersuchung", ausgezeichnet durch ein "perfektes Timing" und "perfekte Länge". Gedreht wurde sowohl in der türkischen Provinz als auch in Ankara.


Zsolt Németh von MTV Ungarn gewann den Preis in der Kategorie TV für sein Programm "Euforia", das die Geschichte der EU in verständlicher Weise solchen Zuschauern näherbringt, die wenig über die EU wissen, aber auch jüngeren Zuschauern. Die Jury lobte die Qualität des Programms sowie seine hohe Vorstellungskraft, die TV-Projekten über die EU oft fehlt. Vor allem aber schaffe es der ungarische Beitrag, "gleichzeitig attraktiv, witzig und lehrreich" zu sein.

James Clive-Matthews aus Großbritannien gewann den Preis in der Kategorie Internet für seinen Blogbeitrag "EUtopia -  welcher Prozentsatz der Gesetze stammt von der EU?"  In der Begründung der Jury hieß es, der Autor habe "hervorragende Recherchearbeit" geleistet, und der Beitrag sei sehr "verständlich, überzeugend und humorvoll" sowie "informativ und interessant". Der Journalist, der einer der "wenigen Blogger, die sich ernsthaft mit der EU befassen", sei, habe sehr ernsthafte statistische und vergleichende Arbeit geleistet, aber gleichzeitig könne sein Artikel "mit großem Vergnügen" gelesen werden.

Bei der Preisübergabe sagte Parlamentspräsident Jerzy Buzek: "Mit seiner Entscheidung, diesen Preis zu schaffen, will das Europäische Parlament, kritischen und unparteiischen Journalismus fördern. Ich weiß, wie schwer die Aufgabe sein kann, Europa, seine Politiken und seine Entscheidungen zu erklären. Aber es ist unerlässlich."  

Er fügte hinzu: "Ich komme aus einem Land, in dem es fast 50 Jahre lang den Journalisten nicht gestattet war zu veröffentlichen, was sie sahen, zu schreiben, was sie dachten und laut auszusprechen, was sie fühlten. Ich weiß, wie wertvoll diese Werte - diese gemeinsamen europäischen Werte - sind. Ich glaube, es ist sogar wichtiger, denen zuzuhören, die kritisch sind, da sie für Kontrolle sorgen und uns zwingen, unsere Politiken besser zu erklären. Und manchmal weisen sie auf Fehler hin, die wir begangen haben."

Nach der Preisverleihung folgte eine Podiumsdiskussion zum Thema "Journalisten -  eine gefährdete Spezies?". Fast alle nationalen Gewinner der EU-Mitgliedstaaten besuchten die Veranstaltung. Zusätzlich waren auch 50 junge Journalisten anwesend, die an einem Workshop des EP teilnehmen.

 
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Journalistenpreis 2009 für ARTE und GEO

Zwei Reportagen aus Deutschland haben den Journalistenpreis des Europäischen Parlaments gewonnen. Die Reportagen "Wer hat Angst vor Europa? Wie die EU nach Polen kam" der TV-Autoren Elke Sasse und Kristian Kähler (für ARTE) und "Wie sich Europa erneuert" aus GEO 09/ 2009 der Redakteurin Ines Possemeyer wurden am Donnerstag in Brüssel von Parlamentspräsident Jerzy Buzek ausgezeichnet. In der Kategorie Radio gewann der polnische Journalist Zbigniew Plesner, in der Kategorie Online der ungarische Journalist Slankó Bálint. Jerzy Buzek betonte, wie wichtig die Arbeit von Journalisten auch und gerade für die Europäische Union ist: "Ohne Journalisten können wir nicht das Funktionieren der EU verbessern, unsere Bürger nicht informieren oder diese die EU näher bringen."

Die GEO-Reportage "Wie sich Europa erneuert" von Ines Possemeyer berichtet über Orte des Aufbruchs im neuen Europa und führt von Polen über Irland und Frankreich weiter nach Bulgarien, Rumänien und Schweden. Von diesen Stationen wird über Menschen erzählt, die das heutige Europa mit all seinen Chancen, Herausforderungen und Problemen bilden. Ines Possemeyer sagte während der Preisverleihung, sie hoffe, dass Europas Zukunft sich nach den Grundsätzen der Nachhaltigkeit und weniger nach jenen des grenzenlosen Wachstums gestalte.
Für die Fernseh-Autoren Elke Sasse und Kristian Kähler nahm der Produzent der TV-Langzeit-Reportage Stefan Pannen den Preis entgegen. Die fast anderthalb Stunden lange Dokumentation spürt die Lebenswirklichkeit im vereinten Europa in einem Mikrokosmos auf: Beide Autoren haben über einen Zeitraum von dreieinhalb Jahren das sich verändernde Leben in einem kleinen polnischen Dorf in der Nähe der Ukrainischen Grenze begleitet. "Wer hat Angst vor Europa? Wie die EU nach Polen kam", beginnt kurz vor der Erweiterung 2004 und erzählt in malerischen Bildern, wie der EU-Beitritt die Arbeit und das Leben der polnischen Bauern in dem kleinen Dorf verändert hat. Stefan Pannen sagte zur Preisverleihung, dass Europa zwar Chancen für jedermann biete, man dafür aber auch Risiken eingehen müsse.
Beide Reportagen, jene von Ines Possemeyer wie auch der TV-Film von Elke Sasse und Kristian Kähler, belegen dies in eindrucksvollen Bildern und nachdenklich stimmenden Beschreibungen.

Der Journalistenpreis des Europäischen Parlaments wurde in diesem Jahr zum zweiten Mal verliehen, bereits 2008 gewann in der Sparte Print eine Reportage aus Deutschland, nämlich jene aus GEO Wissen (Nr. 40, 10/07) über die Simultandolmetscher des Europäischen Parlaments. Der Preis wird in den Kategorien Print, TV, Radio und Online ausgelobt und ist jeweils mit 5.000 Euro dotiert. Die Gewinner des Journalistenpreis des Europäischen Parlaments werden in einem zweistufigen Jury-Verfahren ermittelt: Zunächst ermittelt je eine nationale Jury aus Journalisten in den einzelnen Mitgliedsstaaten die Einsendungen, anschließend bewerten Journalisten und Europa-Abgeordnete in der Europäischen Jury die Beiträge und ermitteln die Preisträger. 26 Print-, 16 Fernseh-, 13 Hörfunk-, und 10 Online-Beiträge sind aus den Mitgliedsstaaten der Europäischen Jury vorgelegt worden, insgesamt beteiligten sich weit über 250 Journalisten an dem Wettbewerb. Mit dem Journalistenpreis des Europäischen Parlaments werden Arbeiten ausgezeichnet, die einen Beitrag dazu leisten, die Europäische Union den Bürgerinnen und Bürgern näher zu bringen.

In der deutschen Jury waren:
  • Thomas Bauer, TV21-Berlin
  • Thilo Kößler, Deutschlandfunk (enthielt sich der Stimme in der Sparte Radio)
  • Juan Moreno, Autor und Moderator für DER SPIEGEL, WDR, PHOENIX
  • Rainer Reichert, Fachausschuss Europa des Deutschen Journalistenverbands und Redakteur des Main Echo,Würzburg
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