Berlin: "Bürger-Preis", "Fest der Freiheit"

Jerzy Buzek feierte den 20. Jahrestag des Mauerfalls am 9. November 2009 in Berlin

"Berlin ist heute die wichtigste Stadt der Welt. Ich freue mich sehr, heute hier zu sein", sagte der Präsident des Europäischen Parlaments, Jerzy BUZEK, am 09. November 2009 in der deutschen Hauptstadt. Zwei Tage lang nahm er an den Feierlichkeiten zum 20. Jahrestag des Mauerfalls teil.

"Die Menschen östlich des Eisernen Vorhangs hatten gegen Panzer nur ihre großen Herzen und ihre große Entschlossenheit. Aber sie siegten!", sagte Jerzy Buzek am Sonntagabend bei einem Festakt auf Einladung des Bundestagspräsident Nobert LAMMERT, zu dem auch die Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie 800 Gäste geladen waren. "Ohne den Fall dieser Mauer, ohne die Versöhnung zwischen Ost und West, ohne die Versöhnung zwischen Deutschland und Polen und ohne die Wiedervereinigung Deutschlands gäbe es heute keine Einigung Europas", betonte der Präsident des Europäischen Parlaments in seiner Rede.

"Europa braucht das Engagement seiner Bürger"

Am Vormittag des 9. Novembers verlieh Präsident BUZEK den ersten Bürger-Preis des Europäischen Parlaments (Civi Europaeo Praemium) im Europäischen Haus in Berlin. "Die Mauer ist von den Bürgerinnen und Bürgern eingerissen worden, sie nahmen Hammer und Pickel in die Hand und zerstörten sie", unterstrich BUZEK bei der Veranstaltung, die vom deutschen Informationsbüro des Europäischen Parlaments organisiert wurde. Wir dürfen nicht vergessen, welche große Bedeutung die Zivilgesellschaft hat. Europa braucht das Engagement seiner Bürgerinnen und Bürger". Aus seinen Händen nahmen die elf deutschen Preisträger ihre Medaillen entgegen. Prämiert wurden "Projekte, die sich im Hinblick auf eine Stärkung der europäischen Integration durch Zusammenarbeit auf europäischer Ebene, Aufgeschlossenheit gegenüber anderen ausgezeichnet haben". BUZEK selbst kennt bürgerschaftliches Engagement: Der frühere polnische Ministerpräsident hatte sich in den 80er Jahren in der Gewerkschaft Solidarnosc engagiert, die den Zusammenbruch des kommunistischen Systems in Europa maßgeblich beeinflusst hatte. 1998 gründete er in seinem Heimatland Polen die "Stiftung für die Familie" und 2002 das Institut für die Zivilgesellschaft "Pro Publico Bono".

Domino-Aktion

Einer der Höhepunkte seines Berliner Besuchs war die Domino-Aktion beim "Fest der Freiheit". Zusammen mit José Manuel BARROSO, dem Präsidenten der Europäischen Kommission, stieß er die zweite Tranche der fast 1000 Dominosteine an. Ende September hatte der Präsident seinen Dominostein mit Schülerinnen und Schülern des Max-Planck-Gymnasiums aus Düsseldorf im Europäischen Parlament in Brüssel bemalt.
"Damals, 1989, begannen wir einen sehr wichtigen Prozess: Den Bau einer neuen europäischen Identität. Einer Identität, die Ost und West verbindet", sagte der Präsident des Europäischen Parlaments. "Damals entstand der Gründungsmythos eines neuen Europas! Der bereits von allen Mitgliedsländern ratifizierte Lissabon-Vertrag ist der nächste Schritt auf diesem Weg."