Freitag, 13. Juli 2012

Fahrgastrechte

Abgeordnete verbessern Fahrgastrechte

Der Sommer ist da und Millionen Europäer wollen in den Urlaub: mit Zug, Bus, Flugzeug oder Schiff. Die Rechte, die ihnen auf diesen Reisen zustehen, sind jedoch häufig unbekannt. Die Abgeordneten des Europäischen Parlaments möchten Fahrgastrechte stärken und für mehr Transparenz sorgen.

"Fahrgäste müssen besser über ihre Rechte informiert werden, wenn sie eine Reise buchen. Online-Flugpreise müssen transparenter werden. Und auch während der Reise muss sich die Betreuung verbessern", fordert der luxemburgische Berichterstatter Georges Bach (Christdemokraten).

Er schlägt vor, in Abfahrts- und Ankunftshallen neue Beratungsstellen zu errichten, die Reisende über Verspätungen oder Annullierungen aufklären. Zudem fordert er EU-weit einheitliche Beschwerdeformulare und festgesetzte Bearbeitungszeiten.

Keine Antworten auf Beschwerden

Was sind die größten Schwierigkeiten, denen Reisende gegenüberstehen? Eine informelle Umfrage im Europäischen Parlament ergab, dass die Hälfte aller Probleme durch Verspätungen, verpasste Anschlüsse und Ausfälle verursacht werden.

Weiter bemängelt wurden unzureichende Informationen, Gepäckabfertigung,  keine Betreuung von Menschen mit eingeschränkter Mobilität und missverständliche Onlinepreise. Fast ein Viertel aller Flugreisenden und 15 % der Zugreisenden, die Beschwerde einreichten, erhielten keine Antwort.

Fahrgastrechte sind durch verschiedene EU-Richtlinien festgelegt. Sie unterscheiden sich im Ausmaß der Betreuung gestrandeter Passagiere, Kompensationen, Definitionen von Verspätung und mögliche Ausnahmen.

Letztes Jahr startete die Kommission ein Verfahren, um Behörden dabei zu unterstützen, EU-Richtlinien umzusetzen und für alle Transportmittel zu vereinheitlichen. "Wir brauchen eine einzige übergreifende Fahrgastrichtlinie", bemerkt Bach. "Das sollte unser Ziel für die nächsten 5 bis 10 Jahre sein."

Die nächsten Schritte

Der Transportausschuss stimmt im September über den Vorschlag ab. Eine Abstimmung im Plenum folgt im Oktober. Um die Gesetzeslücken zu schließen, plant die Kommission zudem für Ende 2012 eine Überarbeitung der Rechte für Fluggäste.

Neue Regelungen für Schiffs- und Busreisende treten im Dezember 2012 und März 2013 in Kraft.