Dienstag, 18. Mai 2010

EU-Kennzeichnungssystem für Textilien

EU-weites Kennzeichnungssystem "Hergestellt in" soll für Textilien
obligatorisch eingeführt werden

Die "Made in" Kennzeichnung für Kleidungsstücke, die innerhalb der EU verkauft werden, soll künftig verbindlich gelten. Am Dienstag haben die Abgeordneten in erster Lesung zu einer entsprechenden Verordnung Stellung genommen. Zudem müsse bald ein harmonisiertes und bindendes System bezüglich der obligatorischen Angaben eingeführt werden, betont das Europäische Parlament.

Obligatorische Angaben zum genauen Ursprung der Erzeugnisse sollen den Verbraucher vor irreführenden Angaben zum Herkunftsland schützen, so dass deutlich wird, ob die Textilien in einem EU-Mitgliedsstaat oder einem Drittland, wie beispielsweise China oder Pakistan, hergestellt worden sind. Bisher sind Angaben zum Herstellungsland freiwillig und deren Anwendung in der Praxis von nationalen Gesetzen abhängig. Im Vergleich: Die verpflichtende Ursprungskennzeichnung folgt in Ländern wie den USA, Kanada und Japan genauen Regeln.

Schnellere Markteinführung von neuen Textilfasern

Die Rechtsvorschriften der EU zur Textiletikettierung beschränken sich momentan auf die Harmonisierung von Textilfaserbezeichnungen (von insgesamt 48 Fasern sind 18 natürlicher und 30 synthetischer Natur) und die Etikettierung der Zusammensetzung von Textilerzeugnissen.

Das Parlament sollte ursprünglich nur über den technischen Vorschlag der Kommission für eine schnellere Markteinführung der neuen Fasern abstimmen. Den Abgeordneten war dies jedoch zu wenig, weshalb sie die verbindliche Ursprungskennzeichnungen in der neuen Verordnung festgeschrieben haben.

EU Gesetzgebung: Neue Etikettierungsvorgaben könnten von Wichtigkeit sein

Damit der Verbraucher in der Lage ist, eine gut informierte Wahl zu treffen, wird die EU-Kommission aufgefordert, innerhalb der nächsten zwei Jahren einen Bericht, und wenn nötig einen Gesetzesentwurf zur Erhebung neuer EU-weiter Kennzeichnungsvorschriften, vorzulegen. Dieser Bericht soll die vereinheitlichten Vorschriften zum Etikettierungssystem für die Pflege der Textilien (bisher auf freiwilliger Basis), die Größe von Kleidung und Schuhen sowie zu Gesundheits- und Sicherheitswarnungen, insbesondere zur Entflammbarkeit und potenziellen Allergie auslösenden Stoffen sowie zur sozialen Etikettierung, untersuchen.