Krebserkrankungen - Vorsorge
Bessere Vorsorge und frühzeitige Erkennung von Krebserkrankungen
Mindestens ein Drittel aller Krebserkrankungen können nach Ansicht der Gesundheitsexperten des Europaparlaments vermieden werden. Die Abgeordneten fordern deshalb eine stärkere Unterstützung durch Kommission und Mitgliedstaaten im Kampf gegen die Krankheit. Außerdem sollen weitere Vorschläge zur Förderung einer gesünderen Lebensweise und zur Verringerung von berufs- und umweltbedingten Risikofaktoren gemacht werden.
Mit 3 Millionen Neuerkrankungen und 1,7 Millionen Todesfällen pro Jahr ist Krebs momentan die zweitgrößte Todes- und Erkrankungsursache in Europa.
Ein vom slowenischen EU-Abgeordneten Alojz Peterle (Europäische Volkspartei) erstellter Bericht begrüßt den Vorschlag der Kommission zur Einrichtung einer Europäischen Partnerschaft für Maßnahmen zur Krebsbekämpfung im Zeitraum 2009-2013, um die Mitgliedstaaten in ihren Bemühungen zur Krebsbekämpfung zu unterstützen. Besondere Anstrengungen sollten dabei im Hinblick auf die neuen Mitgliedstaaten gelegt werden. Der Bericht fordert überdies die schnellstmögliche Erstellung von integrierten Plänen zur Krebsbekämpfung, da diese bei der Verwirklichung des ehrgeizigen Fernziels der Partnerschaft, die Krebsbelastung bis 2020 um 15 % zu reduzieren, eine entscheidende Rolle spielen. Er wurde vom Europäischen Parlament am Donnerstag mittels Handzeichenabstimmung angenommen.
Verstärktes Augenmerk auf Vorsorge und Informationskampagnen
Prävention ist das effektivste Mittel zur Krebsbekämpfung, da ein Drittel der Krebsfälle durch Vorbeugung vermeidbar sind, so die Abgeordneten. Deshalb fordern die EU-Parlamentarier die Kommission auf, die Krebsvorsorge in jeglicher Hinsicht sowohl durch medizinische Maßnahmen als auch durch eine gesündere Lebensweise zu fördern und die Mitgliedstaaten zu ermutigen, mehr Mittel für Prävention bereitzustellen. Kommission und Rat sollten in diesem Zusammenhang weitere Aktionen zur Gewährleistung eines gesundheitsfördernden Umfeldes ins Auge fassen, etwa rund um das Thema Tabak, Ernährung und Alkohol oder der Förderung körperlicher Betätigung.
Überdies fordern die EU-Abgeordneten Kommission und Mitgliedstaaten nachdrücklich auf, Informationskampagnen zur Krebsfrüherkennung, die sich an die breite Öffentlichkeit und Anbieter von Gesundheitsdienstleistungen richtet, zu fördern. Außerdem soll die Forschung zur Krebsprävention unter Einbeziehung der Auswirkungen von schädlichen Chemikalien und Umweltbelastungen, der Ernährung, des Lebensstils und genetischer Faktoren sowie von deren Wechselwirkungen verstärkt gefördert werden. Zudem sollen der Zusammenhang zwischen Krebs und potenziellen Risikofaktoren wie Tabak, Alkohol sowie pharmazeutischen und synthetischen Umwelthormonen weiter erforscht werden.
Schließlich fordern die EU-Abgeordneten die Kommission und die Mitgliedstaaten eindringlich auf, dafür zu sorgen, dass Krebsmedikamente, einschließlich Therapien für seltene und weniger verbreitete Krebsarten, allen Patienten, unabhängig in welchem Mitgliedstaat sie leben, in gleicher Weise zur Verfügung stehen. Gezielte und abgestimmte Maßnahmen sollen getroffen werden, um Ungleichheiten beim Zugang zur Krebsbehandlung (einschließlich der kürzlich auf den Markt gekommenen neuen "zielgerichteten" Krebsmedikamente) abzubauen.




















