Parlamentspräsident Jerzy Buzek zum offiziellen Besuch in Deutschland
Rede vor der Humboldt-Universität
Am Montag und Dienstag (22. und 23. März 2010) war Jerzy Buzek auf Einladung des Bundestagspräsidenten Nobert Lammert zu einem offiziellen Besuch in Berlin. Er traf Spitzenpolitiker von Regierung und Opposition zum Meinungsaustausch. Auch Bundespräsident Horst Köhler empfing Jerzy Buzek, der sich im Schloss Bellevue in das Goldene Buch des Bundespräsidenten eintrug.
Eines der Höhepunkte der zweitägigen Berlin-Visite war die Humboldt-Rede zu Europa im Senatssaal der Humboldt-Universität zu Berlin. Jerzy Buzek plädierte leidenschaftlich dafür, die Gemeinschaftsmethode zu stärken. "Unsere Bürger und Politiker müssen sich über eines im Klaren sein: Wenn wir heute die Europäische Union schwächen, stärken wir damit nicht die Nationalstaaten, sondern wir schwächen sie", sagte Jerzy Buzek. Er sprach sich zudem für eine stärkere demokratische Legitimierung der EU-Kommission aus. So sollten die Kommissars-Anwärter bei den Europawahlen als Spitzenkandidaten auftreten. Auch wünscht sich Jerzy Buzek, dass die Parteien sich mehr "europäisieren" und im Europawahlkampf etwa auch das jeweilige Logo ihrer europäischen Parteienfamilien mit präsentieren sollten.
Herausragendes Thema der politischen Gespräche mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister Guido Westerwelle war die Krise von Griechenland. Jerzy Buzek betonte auch vor der Presse in Berlin, dass es "keine Solidarität ohne Verantwortung in der EU" gebe. Es sei wichtig, die richtigen Lehren aus dieser Krise zu ziehen, damit "wir dieses System so kohärent wie möglich verwalten und von den einzelnen Mitgliedstaaten entschiedener als bisher entsprechendes Handeln fordern."
Jerzy Buzek besuchte während seines Berlin-Aufenthaltes auch einen Gedenkgottesdienst zu Ehren der verstorbenen Frau Freya von Moltke im Französischen Dom. Freya von Moltke baute 1990 das ehemalige Familiengut der Moltkes im polnischen Krzyżowa/ Kreisau zu einer internationalen Jugendbegegnungsstätte aus, die sich besonders der deutsch-polnischen Aussöhnung und der europäischen Verständigung widmet.

















