Mittwoch, 16. Juni 2010

Ostseeregion: Mit "BONUS" Umweltprobleme besser bekämpfen

Um die negativen Folgen von Verschmutzung, Klimawandel, Versäuerung, Überfischung und dem Verlust an biologischer Vielfalt zu bekämpfen, legt die EU ein gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungsprogramm für die Ostsee, genannt BONUS, auf. An BONUS beteiligen sich alle Ostseeanrainer: Dänemark, Deutschland, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Finnland und Schweden. Die acht Ostseeanrainer sowie die EU steuern jeweils 50 Millionen EUR zu BONUS bei.

Das Ökosystem der Ostsee ist heutzutage ernsthaft gefährdet durch viele natürliche und vom Menschen verursachte Belastungen. Um diese Herausforderungen anzugehen und Lösungen für die dringenden Umweltprobleme in der Ostsee zu finden, soll BONUS die wissenschaftliche Entwicklung und Innovation für eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Umweltforschung im Ostseeraum fördern. Ziel ist es, "Effizienz und Wirksamkeit der fragmentierten Umweltforschungsprogramme und  konzepte des Ostseeraums durch die Einbindung der Forschungsaktivitäten in ein dauerhaftes, kooperatives, interdisziplinäres, gut integriertes und zielgerichtetes multinationales Programm zu verbessern".

Auch wenn die BONUS-Initiative weitgehend auf die Umweltforschung ausgerichtet ist, berührt sie mehrere thematisch verwandte Forschungsprogramme der EU zu einer Vielzahl von menschlichen Tätigkeiten, deren Folgen für das Ökosystem sich akkumulieren, wie Fischerei, Aquakultur, Landwirtschaft, Infrastruktur (einschließlich im Bereich der Energie), Verkehr, Ausbildung und Mobilität von Forschern sowie sozioökonomische Aspekte.

Parlament und Ministerrat konnten im Vorfeld eine Einigung zu BONUS erzielen, so dass das Gesetzgebungsverfahren mit dem heutigen Votum abgeschlossen ist (630 Ja-Stimmen, 14 Nein-Stimmen, 6 Enthaltungen). Die Entscheidung zu BONUS tritt am dritten Tag nach ihrer Veröffentlichung im EU-Amtsblatt in Kraft.