2010 - Europäisches Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung
In der Europäischen Union leben circa 80 Millionen Menschen an der Armutsgrenze, viele von ihnen können sich nicht einmal das Nötigste zum Lebensunterhalt leisten. Die Finanz- und Wirtschaftkrise von 2008 verschärft die Langzeitfolgen dieses Zustandes noch zusehends. Für das Jahr 2010 wurde daher die Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung als Priorität ausgesucht.
Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union haben sich auf eine gemeinsame Strategie geeinigt und politische Prioritäten festgesetzt um auf eine koordinierte Art und Weise die Privatwirtschaft und den öffentlichen Sektor in die Aktivitäten des Jahres einzubinden. Eine ganz wichtige Bedeutung kommt daher dem Ziel zu, bestehende Stereotypen und Dogmen gegenüber sozial schwach gestellten Mitbürgern zu beseitigen.
Gemeinsame EU Prioritäten
Die gemeinsame Entscheidung des Europäischen Parlaments und des Ministerrates hat sich zum Ziel gesetzt, das Recht auf ein würdevolles Leben in die öffentliche Debatte einzubringen. Mit steigender Armut ist zumeist auch die soziale Ausgrenzung der betroffenen Menschen verbunden.
Armut kann im Grunde jeden treffen und hat mehrere Formen. "Extreme Armut" zeichnet sich dadurch aus, dass bei den betroffenen Menschen ein Mangel an Grundbedürfnissen besteht, einschließlich dem Mangel an Grundnahrungsmitteln und medizinischer Versorgung. In Europa sind davon viele Bevölkerungsgruppen betroffen, insbesondere die Gemeinschaft der Sinti und Roma.
Soziale Ausgrenzung hat viele Formen
"Bedingte Armut" bezieht sich dann nicht vordergründig auf einen Mangel an Nahrung oder Wohnraum, sondern auf einen beschränkten Zugang zu Waren und Dienstleistungen, die gewöhnlich vom Rest der Gesellschaft genutzt werden. Diese Art von Armut ist in Europa weitaus stärker verbreitet.
Soziale Ausgrenzung erlaubt es Menschen nicht den gleichen Lebensstandard wie die Mehrheit der Gesellschaft zu erreichen, sei dies nun auf Grund von einem Mangel an Bildung oder offener Diskriminierung.
Das Wort haben die Betroffenen
Das europäische Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung wird mit einem Budget von 17 Millionen Euro unterstützt, wovon neun Millionen für Aktivitäten in den Mitgliedstaaten aufgewendet werden, sowohl auf regionaler, als auch auf lokaler Ebene. Die öffentliche Wahrnehmung dieses Problems wird dadurch sichtbarer, zudem sollen diejenigen zu Wort kommen, die persönliche Erfahrungen mit dieser Problematik haben.





















