Alzheimer-Forschung: Gemeinsame Planung für bessere Ergebnisse
Neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson sind eine der größten europäischen Herausforderungen in Bereich psychischer Gesundheit. Am Donnerstag sprach sich das Europäische Parlament für eine gemeinsame Forschungsplanung der Mitgliedstaaten in diesem Bereich aus, die zu einer Bündelung von Fähigkeiten, Wissen und finanziellen Ressourcen führen würde.
Der Kampf gegen Alzheimer und Parkinson steht bereits jetzt schon zwei Herausforderungen gegenüber: zum einen der Behandlung einer wachsenden Zahl an Patienten, zum anderen der Sicherstellung von mehr Mitteln, um zukünftig diese Zahl zu senken. Etwa 7,3 Millionen Menschen in Europa leiden an der Alzheimer-Krankheit und anderen Formen von Demenz, eine Zahl, die sich voraussichtlich bis 2020 verdoppeln wird. Zurzeit gibt es keine Heilungsmöglichkeiten. Das Wissen um Vorbeugung und Behandlung ist begrenzt.
Die am Donnerstag durch Handzeichen angenommene Resolution ruft alle Mitgliedstaaten auf, eine gemeinsame Forschungsagenda in dem Bereich neurodegenerativer Erkrankungen zu entwickeln. Dabei sollen auch epidemiologische Daten über die Alzheimer-Krankheit und andere Formen der Demenz verbessert werden.
Groß angelegte Studien mit einer besseren Nutzung von Daten und Methoden
Tests für Frühdiagnostik, die Erforschung von Risikofaktoren (wie Umwelteinflüsse) und Kriterien für eine Frühdiagnose sind im Kampf gegen die Krankheit von entscheidender Bedeutung. Die Abgeordneten schlagen vor, groß angelegte epidemiologische und klinische Studien in staatenübergreifender Zusammenarbeit durchzuführen. Des Weiteren betonen sie die Bedeutung eines fachgebietsübergreifenden Forschungsansatzes, einer umfassenden Diagnose, Behandlung, Prävention und der sozialwissenschaftlichen Forschung.
Die Forschung sollte zudem auch die Verbindung zwischen Alterungsprozess und Demenz sowie zwischen Demenz und Depression bei älteren Menschen prüfen. Dennoch sollten Prioritäten von Forschungsprogrammen unter anderem auf Prävention, Frühdiagnostik, Standardisierung von Kriterien und Diagnoseinstrumente und den Aufbau von Datenbanken mit breiter Basis gelegt werden.
Europäisches Jahr des Gehirns
Die Abgeordneten rufen die Kommission auf, Probleme von Demenz in alle EU-Initiativen, die mit Krankheitsprävention verbunden sind, einzuschließen. Die Mitgliedstaaten werden aufgefordert, Lebensweisen, die für das Gehirn gesund sind, zu fördern. In diesem Zusammenhang schlagen die Abgeordneten vor, ein Europäisches Jahr des Gehirns einzuführen, um die altersbedingten Erkrankungen des Gehirns und Maßnahmen zu ihrer Verhütung stärker ins Bewusstsein zu rücken.
Neue Gesetzesgrundlagen für künftige Initiativen
Die Abgeordneten sind der Meinung, dass alle künftigen Vorschläge zur gemeinsamen Programmplanung bei Forschungstätigkeiten im Rahmen des gesetzlichen europäischen Forschungsraumes angenommen werden sollten. Dies würde nach Inkrafttreten des Lissabonner Vertrags dem Parlament Mitentscheidungsmacht geben.
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