Der EP-Präsident verleiht den Europäischen Bürger-Preis
Der Europäischer Bürger-Preis (Civi Europaeo Praemium) geht an elf Projekte in Deutschland
"Die Mauer ist von Bürgern eingerissen worden, Bürger nahmen Hammer und Pickel in die Hand und zerstörten sie", sagte Jerzy Buzek, der Präsident des Europäischen Parlaments bei der Verleihung des Europäischen Bürger-Preises im Europäischen Haus in Berlin. Europa brauche das Engagement seiner Bürger, betonte der Präsident, der in seinem Heimatland selbst Mitbegründer des Instituts für Zivilgesellschaft "ProPublicoBono" ist.
Mit großer Freude und bewegt von den beispielhaften Projekten für europäisches Bürgerengagement zeichnete Buzek elf Einzelpersonen und Organisationen aus Deutschland aus, die "sich in außergewöhnlicher Weise dafür einsetzen, dass Verständnis zwischen den Europäern zu fördern."
Insgesamt erhalten in diesem Jahr europaweit 37 Projekte aus gesamt 15 EU-Staaten den Europäischen Bürger-Preis. Die Feierstunde für die deutschen Preisträger am Tag des Mauerfall-Geburtstags in Berlin organisierte das deutsche Informationsbüro des Europäischen Parlaments in seinem Europäischen Haus unweit des Brandenburger Tors.
Die Vize-Präsidentin Dagmar Roth-Behrendt (SPD) und der Vize-Präsident Rainer Wieland (CDU) sowie die Europa-Abgeordneten Evelyne Gebhardt (SPD), Elisabeth Jeggle (CDU) und Dieter-Lebrecht Koch (CDU) und die ehemaligen Europa-Abgeordneten Sylvia-Yvonne Kaufmann und Ingo Friedrich hielten die Lobreden auf jedes der ausgezeichneten Projekte und Personen. Dagmar Roth-Behrendt ehrte unter anderem das Jugendprojekt "Campus 15 - Jugend wagt den Frieden". Die Projekte und bisherigen Jugendbegegnungen in Deutschland, den westlichen Balkanstaaten, Polen und den Niederlanden seien ein Beitrag, "gemeinsam an der friedlichen Zukunft Europas zu bauen", sagte Dagmar Roth-Behrendt. Dies gelinge auch dem Städtepartnerschaftsverein Leipzig-Travnik e.V., der diese Partnerschaft "sehr lebendig und konkret gestaltet". So spendete Leipzig etwa zwei Busse für den Nahverkehr in Travnik oder eine Sterilisationsanlage für das Krankenhaus. "Das ist Ausweis eines lebendigen europäischen Miteinanders", lobte Dagmar Roth-Behrendt.
Vize-Präsident Rainer Wieland (CDU) ehrte unter anderem den Verein "Kinderberg international e.V." aus Stuttgart und ihre Gründerin Susanna Lipovac für ihr "außergewöhnliches Engagement". Der Verein gründete sich 1993 und versorgte zunächst kriegsversehrte Kinder aus Bosnien. Mittlerweile ist der Verein in weiteren Ländern und so auch in Afghanistan präsent, wo demnächst "der einmillionste Patient behandelt wird", berichtete Rainer Wieland. Er sprach auch die Laudatio auf die Europa Union Memmingen und dessen Vorsitzenden Lajos Oszlari, der zum 50. Geburtstag der EU im Jahre 2007 eine "Erklärung der Freundschaft und Zusammenarbeit" initiierte. Die Europa Union Memmingen, sagte Rainer Wieland, engagiere sich in hohem Maße für die Identifizierung der Bürgerinnen und Bürger mit dem europäischen Integrationswerk.
Aus Deutschland erhielten folgende Projekte und Personen den Bürger-Preis (siehe auch ausführliche Projektbeschreibungen anbei): Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft Leipzig - Travnik, Frau Ulla Rüdenholz (München), Herr Lajos Oszlari (Memmingen), Herr Franz-Josef Meyer (Vechta), Kolpingjugend Europa, Kinderberg International e.V., Jochen Gewecke (Mössingen), Donaubüro Ulm, CAMPUS15, Naturpark Bayern e.V., Bürger Europas e.V. (Berlin) .





















Pressemitteilung vom 9. November 2009 zum Bürgerpreis-Verleihung (63KB)