Mittwoch, 25. November 2009

"Welcome" gewinnt den LUX-Preis des Europäischen Parlaments

Der diesjährige LUX-Filmpreis des Europäischen Parlaments geht an den Film "Welcome" von Philippe Lioret. Dieser Film "taucht uns in die Welt der Immigranten in Europa ein und schildert uns ihre Hoffnungen für eine bessere Zukunft. Das ist ein sehr wichtiges und relevantes Thema unserer Gesellschaft, das uns nicht unberührt lassen soll",  sagte der Präsident des Europäischen Parlaments, Jerzy BUZEK, bei der Preisverleihung des LUX-Preis am Mittwoch in Straßburg.

Bilal Kayani hat sein Heimatland Irak verlassen, um seine Freundin, die nach England ausgewandert ist, wiederzusehen. Als der 17-jährige kurdische Flüchtling nach einem langen Weg Calais in Nordfrankreich erreicht, überlegt er sich folgenden Plan: er will den Ärmelkanal schwimmend durchqueren. Dafür muss Bilal aber erstmal üben. Im Schwimmbad trifft er den Bademeister Simon Clamat, dessen Beziehung mit seiner Frau Marion auseinander zu gehen droht.  Als Simon erfährt, was der junge Flüchtling vorhat, entscheidet er sich dafür, ihm dabei zu helfen, um Marion zu beeindrucken und zurück zu gewinnen...
Für den Regisseur Philippe Lioret ist der LUX-Preis des Europäischen Parlaments ein "Zeichnen von Unterstützung für die Werte, die den Film verteidigt - das Engagement, die Solidarität und die Aufgeschlossenheit." Sein Film wird nun mit Untertiteln in allen 23 Amtssprachen der Europäischen Union versehen. Die Originalfassung wird zudem für Gehörlose und Menschen mit einer Hörbehinderung bearbeitet.

Die öffentliche Diskussion auslösen

Im Rennen waren auch der Spielfilm "Sturm" des deutschen Regisseurs Hans-Christian Schmid und das Werk "Eastern Plays" des bulgarischen Filmemachers Kamen Kalev. Mit dem im Jahr 2007 gegründeten LUX-Preis will das Europäische Parlament den Vertrieb europäischer Filme fördern. Es soll zudem ein Werk ausgezeichnet werden, das in besonderer Weise die Universalität der europäischen Werte, die kulturelle Vielfalt und den Prozess der europäischen Integration veranschaulicht. "Der LUX-Preis ist eine noch junge und nach vorne gerichtete Initiative, von der sich das Europäische Parlament viel verspricht. Wir möchten das Medium Film dazu nutzen, Diskussionen über Themen anzuregen, die die Menschen in den Mitgliedsstaaten bewegen. Damit möchten wir Fragen aufnehmen, die uns alle angehen und somit auch das Parlament beschäftigen", betonte Jerzy BUZEK bei der Preisverleihung. Der diesjährige Gewinner habe diese Herausforderung in seiner eigenen Art gemeistert.