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Euroscola-Berichte

Die Gewinner des Euroscola-Wettbewerbs 2012 stellen sich vor

Zwanzig Schulgruppen qualifizierten sich über den Euroscola-Wettbewerb 2012 des Informationsbüros des Europäischen Parlaments für die Teilnahme am Programm Euroscola im Europäischen Parlament in Straßburg.

Hier schildern sie uns die Erfahrungen und Eindrücke, die sie während des Euroscola-Tags gesammelt haben...

 

Euroscola am 29. April 2013

Bericht des Sanitz Gymnasiums

Die Klasse 11c des Gymnasiums Sanitz nahm im letzten Schuljahr erfolgreich am Euroscola-Wettbewerb mit einem Film über die Geschichte der Europäischen Union teil und hatte somit die Gelegenheit, Deutschland im Europäischen Parlament in Straßburg am 29.04.2013 zu vertreten.  

Die Reise begann am Freitagabend am Gymnasium. Nach 13-stündiger, ungemütlicher Busfahrt erreichten wir endlich Straßburg und es galt, trotz enormer Müdigkeit, das Wochenende auszunutzen. Neben dem obligatorischen Stadtrundgang und einer Bootsfahrt auf der Ill, erkundeten wir die französische Kultur auf unsere ganz eigene Weise.

Am Montag wurde es schließlich ernst und gemeinsam mit Frau Hein und Herrn Keßler ging es frühmorgens auf ins Parlament. Nach dem Betreten des Louise-Weiss-Hauses, der Sicherheits-kontrolle und anschließendem Arbeitsfrühstück, begaben wir uns in den Plenarsaal, in dem sich nach und nach 500 Schüler aus ganz Europa versammelten. Durch Mitarbeiter des Parlaments erhielten wir einige Informationen zur Arbeitsweise der EU. Anschließend hatte jede der angereisten Schulen die Möglichkeit, sich in einer kurzen Rede vor dem Saal von einem Schüler vorstellen zu lassen - auf einer der Amtssprachen des Parlaments, jedoch nicht in seiner eigenen Muttersprache. Es folgte eine Debatte mit dem polnischen Europa-Abgeordneten Jacek Saryusz-Wolski. Eine Stunde lang beantwortete er die Fragen der Schüler, die sich überwiegend mit der Erweiterung der Union sowie der wirtschaftlichen Lage in Zypern beschäftigten.

Nach dem Mittagessen arbeiteten wir in sechs verschiedenen Ausschüssen Ideen aus, die unter anderem die Agrarpolitik, die Zukunft Europas oder die Integrations- und Migrationspolitik betrafen. Hauptsächlich wurde auf Englisch debattiert, was sich als recht mühselig herausstellte, da die Sprachkenntnisse innerhalb der Ausschüsse enorm variierten. Schließlich konnten dennoch alle Ausschüsse Beschlüsse vorlegen, die anschließend im Plenarsaal von allen Schülern diskutiert und beraten wurden. Hier erleichterte die Arbeit der Übersetzer die Kommunikation erheblich. Nach der Vorstellung mussten sich die Beschlüsse einer Abstimmung unterziehen und wurden auch prompt alle angenommen, manchmal aber nur mit einer kleinen Stimmenmehrheit.
Um die Veranstaltung zu beenden, trugen Schüler die Flaggen der Mitgliedsstaaten durch den Innenraum, begleitet von Beethovens "Ode an die Freude" - ein Funken Pathetik gehört eben zu Europa dazu.

Der Austausch mit Schülern aus verschiedenen Ländern über die eigene Kultur und Muttersprache hinaus war eine wohl einzigartige Erfahrung für jeden von uns. Wir nehmen bereichernde Diskussionen, die Vertiefung unseres Politikwissens sowie neue Freundschaften von diesem Tag mit.

 

Euroscola am 19. April 2013

Bericht des Staatlichen Gymnasiums Marie Curie

"Botschafter des Europäischen Parlaments" - Worbiser Gymnasiasten nahmen an "Euroscola" teil und waren für einen Tag Europa-Abgeordnete.

"Einmalig, unvergesslich, interessant, lustig, anstrengend, eine große Ehre: Der 19. April war für die 25 Worbiser Elftklässler alles andere als langweilig. An diesem Tag waren die Schüler Abgeordnete im Europäischen Parlament in Straßburg und durften mitreden, mitmischen, mitentscheiden. Alles begann jedoch im Juni letzten Jahres mit einer sehr erfreulichen Mitteilung: Die Schüler Antonia König, Susanne Hesse, Florian Watterott und Anna Hesse hatten mit ihrem Online-Beitrag "Europa mit allen Sinnen erleben" den Euroscola-Wettbewerb gewonnen. Als Preis wurden sie und 21 weitere Mitschüler als eine der wenigen deutschen Gruppen dazu eingeladen, 2013 an der "Euroscola" Veranstaltung im Europäischen Parlament in Straßburg teilzunehmen. Stolz und mit voller Vorfreude bereiteten sich die Schüler mit Sozialkundelehrerin Antje Schwob auf das Ereignis vor. Es wurde organisiert, diskutiert, nachgedacht und geschrieben.

Am Donnerstag, den 18. April, ging es dann endlich los: In aller Frühe starteten die 25 Schüler in Begleitung der Lehrer Antje Schwob und Eckhart Thiele ihre Reise. Ihr erstes Ziel war Karlsruhe, wo die Gruppe am Nachmittag das Bundesverfassungsgericht besichtigte und einiges über das bedeutende Organ erfuhr. Am Abend erreichten sie dann Kehl, am Rhein, quasi "gegenüber" von Straßburg. Das Gefühl von Grenzenlosigkeit und Freiheit beeindruckte, als die Schüler, gelockt vom Frühlingswetter, die Rheinbrücke überquerten und sich schon in Frankreich befanden.  
Voller Tatendrang machte sich die Gruppe am Freitag Morgen auf zum Europäischen Parlament wo ihnen eine Betreuerin nach einer genauen Sicherheitskontrolle, die Abläufe des Tages erläuterte. Im Anschluss wurden die Schülergruppen in den Plenarsaal begleitet und durften die Plätze einnehmen, auf denen sonst die Vertreter der EU-Länder sitzen. Die "neuen Abgeordneten" wurden vom Präsident des Europäischen Informationsbüros begrüßt. Er appellierte an die Jugendlichen, an der Europa-Wahl im nächsten Jahr teilzunehmen, um somit "eine bewusste Entscheidung für Europa" fällen zu können. Des Weiteren forderte er alle dazu auf, zu "Botschaftern des Europäischen Parlamentes in den Schulen und Familien" zu werden und zu Hause von der Arbeit des Europäischen Parlamentes in Straßburg zu berichten. "Sie müssen sich engagieren, um die Zukunft Europas mitzugestalten!" lautete seine Kernaussage.

Nun waren die Schüler selbst an der Reihe. Die Sprecher präsentierten jeweils ihre Schulen sowie ihre Heimatregionen. Im Anschluss wurde über verschiedene Fragen der Europapolitik abgestimmt, so auch darüber, ob der Euro gut für Europa ist. Die Meinungen gingen auseinander: 234 stimmten zu, 135 dagegen, 117 enthielten sich. Danach stellten die Jugendlichen Fragen an Mitarbeiter des Parlaments. Nach einer Stärkung durch das Mittagessen, bildeten Schüler und Lehrer Gruppen von jeweils vier Teilnehmern verschiedener Nationalität, um gemeinsam das "Eurogame"- Quiz zu lösen. Anschließend fanden sich die jungen Parlamentarier in sechs verschiedenen Ausschüssen zusammen und erstellten eine Agenda zu Themen wie Migrations- und Integrationspolitik, Umweltpolitik, Agrarpolitik und manche anderen, sowie zur Zukunft Europas. Diese wurden anschließend im Plenum diskutiert und abgestimmt. Am späten Nachmittag wurden dann die Gewinner des "Eurogame" gekürt, leider gingen die Gruppen mit deutschen Schüler leer aus, doch dafür konnten die Lehrer punkten, Herr Thiele und Frau Schwob gewannen einen Bildband der Stadt Straßburg. Am Ende der "Euroscola-Veranstaltung" wurden unter dem Klang der Europa-Hymne die Fahnen der EU-Länder feierlich von den Sprechern durch das Plenum getragen."

Die Worbiser Gruppe ließ in einer urigen Straßburger Brasserie bei landestypischen Flammkuchen den Abend ausklingen. Am Samstag schauten sich die Eichsfelder Straßburg an und waren trotz nasskaltem Wetter begeistert von der "heimlichen Hauptstadt Europas". Gegen Nachmittag machte sich die Truppe wieder auf den Heimweg und kam am frühen Abend erschöpft, aber dennoch voller positiver Eindrücke in Worbis an. Dank der neuen Medien halten die Jugendlichen den Kontakt zu den neu gewonnenen europäischen Freunden und können somit mit Recht behaupten, dass zumindest in diesen Augenblicken "Europa in Vielfalt geeint" ist."

Von Anna Hesse

 

Euroscola am 11.April

Bericht des Heilig-Geist-Gymnasiums Würselen

"Mit vielen Eindrücken sind die Schüler des Heilig-Geist-Gymnasiums, die auf den Spuren des ehemaligen HGG-Schülers und jetzigen EP-Präsidenten Martin Schulz wandelten, aus Straßburg nach Würselen zurückgekehrt. "Mich hat es sehr beeindruckt, wie gut sich die jungen Menschen aus den vielen verschiedenen Ländern verständigt und über Europa ausgetauscht haben", sagt Schüler Lukas Dittiger. Die technische Ausstattung des Parlaments fanden alle 29 Schüler und Schülerinnen der 10. und 11. Jahrgangsstufe imponierend. "Mal Platz zu nehmen auf den Sitzen der Parlamentarier und mit den Mikros und Kopfhörern zu hantieren - welchem Jugendlichen bietet sich dazu schon die Gelegenheit?" Die Verständigung sei kein Problem gewesen, sagt Clemens Ullrich, der die HGG-Delegation zusammen mit Sina Held am Rednerpult vorgestellt hatte, wo sonst die Europa-Abgeordneten, Staatsoberhäupter oder Regierungschefs sprechen.
"Die Kommunikation auf Englisch hat ganz gut funktioniert", waren sich die Schülerinnen und Schüler nach dem Euroscola-Tag einig. Die Simultanübersetzung in Französisch und Deutsch  fanden die Schüler interessant, teilweise hatten sie Spaß daran Übersetzungsvarianten zu entdecken. In Arbeitsgruppen hatten die Projektteilnehmer an Themen wie Agrarpolitik, Informationsfreiheit, Probleme der Migration oder dem Europäischen Jahr der Bürgerinnen und Bürger gearbeitet. "Dabei hat man gut gemerkt, dass Schüler aus den anderen Ländern teilweise ganz andere politische Ideen hatten als wir. Im Großen und Ganzen überwogen aber die Ähnlichkeiten."

Der ganze Tag von 8 bis 18 Uhr im Parlament war mit Terminen richtig vollgepackt. So musste, bevor der eigentliche Teil des Parlaments betreten wurde, zunächst die Sicherheitskontrolle durchlaufen werden. Nach einem ersten Zusammentreffen mit den Vertretern aus 21 anderen EU-Ländern bei einem gemeinsamen Frühstück, haben wir uns dann in den Plenarsaal begeben und die Plätze eingenommen, auf denen sonst die Europa-Abgeordneten sitzen. Nach einigen Begrüßungsworten und der Präsentation des Europäischen Parlaments, haben sich die Gruppen aller 21 teilnehmenden EU-Staaten vorgestellt. Nachdem wir so einige erste Eindrücke erhalten hatten, wurde eine Umfrage zu verschiedenen Themen mit anschließender Diskussionsrunde im Plenum geführt.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen begann dann das Spiel "Eurogame", bei dem ein Fragebogen in den 23 Amtssprachen von Vertretern aus vier unterschiedlichen Ländern  ausgefüllt werden sollte. Danach trafen sich die Arbeitsgruppen der sechs vorbereiteten Politikfelder in den Sitzungssälen der Ausschüsse. Dort wurde über die unterschiedlichen Themen diskutiert und sowohl der Sprecher als auch der Verfasser gewählt, welche die Gruppenergebnisse anschließend im Plenarsaal vorstellten, woraufhin über diese debattiert und abgestimmt wurde. Nachdem jedes Thema abgehandelt worden war, startete das Finale des "Eurogame"-Spiels und die Sieger wurden gekürt. Unser Tag im Europäischen Parlament endete daraufhin mit freundlichen aber auch animierenden Abschiedsworten und einer modernen Fassung der Europahymne.

Wir waren uns alle einig: Der Tag war viel zu kurz. Europa bleibt für uns ein Thema."

 

Euroscola am 14. Februar 2013

Bericht des Alexander-Hegius-Gymnasiums Ahaus

"Ein Team der Europa-AG vom Alexander-Hegius-Gymnasium Ahaus hat im letzten Jahr erfolgreich an dem Wettbewerb Euroscola 2012 teilgenommen (Münsterland Zeitung berichtete) und die Gelegenheit erhalten als deutscher Vertreter am Euroscola-Programm 2013 im Europäischen Parlament in Straßburg mitzuwirken.

Nach Wochen der Vorbereitung, in denen sich die Jugendlichen in ihrer Freizeit mit verschiedenen europapolitischen Themen beschäftigt haben, war es jetzt endlich soweit. Mit ihrem Lehrer Dr. Patrick Spell machten sich 21 Schülerinnen und Schüler der Europa-AG auf dem Weg nach Straßburg.

Im Plenarsaal waren etwa 500 Schülerinnen und Schülern aus allen EU-Mitgliedstaaten versammelt. Sie erhielten zunächst die Gelegenheit Fragen über das europäische Aufbauwerk an die Verwaltungsräte der Europäischen Parlaments zu stellen. Anschließend setzten sich die Jugendlichen in den Sitzungssälen der Ausschüsse zum Meinungsaustausch über die zuvor in den Schulen vorbereiteten Themen zusammen. In zum Teil hitzigen Diskussionen debattierten sie in Englisch oder Französisch über Fragen wie "Welche Chancen und Gefahren birgt heutzutage die Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechniken?", "Wie gehen wir mit den Migrationsströmen in der Region Europa-Mittelmeer um?" oder "Wie lassen sich Lebensmittelsicherheit, nachhaltige Landwirtschaft und Fortbestand des Sektors vereinbaren?". Als Ergebnis verfassten die Vorsitzenden einen Bericht nach offiziellen Standards und stellten ihn, wie u.a. Fabian Grünewald als Vorsitzender des Ausschusses "Umwelt und erneuerbare Energien", in der Vollversammlung vor.

Den Abschluss des Tages bildete nach Ende der Debatte im Plenarsaal das Finale des Spieles Eurogame. Die besten Teams, die sich jeweils aus vier verschiedenen Nationalitäten zusammensetzten, traten zu einem Wettstreit zusammen und mussten Fragen zur EU und Musik beantworten. Niels Sandkühler konnte am Ende mit seinem Team das Spiel gewinnen und erfolgreich den Tag für die Schülerinnen und Schüler des AHG beschließen."

 

Euroscola am 08. Februar 2013

Bericht des Alten Gymnasiums Oldenburg

"Sich mit Jugendlichen aus dem europäischen Ausland zu verständigen, ist nicht immer einfach, aber möglich - und bereichernd. Diese Erfahrung machten 26 Schülerinnen und Schüler des Alten Gymnasiums Oldenburg. Sie simulierten in Straßburg eine EU-Parlamentssitzung mit Schülern aus ganz Europa.

Es ist ein besonderer Tag für die Schülerinnen und Schüler des Alten Gymnasiums Oldenburg: Als Belohnung für ihren erfolgreichen Filmbeitrag zum deutschen Euroscola-Wettbewerb, nehmen sie an einer Parlamentssimulation im Europäischen Parlament in Straßburg teil. Die Schüler und ihren Lehrer Birgit Lau und Ludger Hillmann kommen im Plenarsaal zusammen, wo an zwölf Sitzungswochen pro Jahr 754 Abgeordnete aus den 27 Mitgliedsstaaten tagen. Auf dem Podium sitzen Mitarbeiter des Parlaments. In die Wände des Saals sind Kabinen eingelassen, dort sitzen hinter dunklen Glassscheiben Übersetzer. Per Knopfdruck können die Euroscola-Teilnehmer verschiedene Sprachen auswählen. Durch den Innenhof betreten die Schüler das hoch aufragende Louise-Weiss-Haus, passieren die Sicherheitsschleuse und werden nach einem Arbeitsfrühstück von dem Vize-Präsidenten des Europäischen Parlaments, M. Rainer Wieland (EPP, DE), begrüßt. Eine Stunde lang beantwortete er Fragen der Schülerinnen und Schüler, die sich überwiegend mit der wirtschaftlichen Lage der Eurozone und der Jugendarbeitslosigkeit beschäftigen. Dabei geht Rainer Wieland auch auf die konträren Positionen in der Haushaltsfrage innerhalb der Europäischen Union ein, wobei die eine Seite einen Sparhaushalt einfordert und die andere eher für eine Ausweitung der Ausgaben eintritt. Besonders beklagt der Europaabgeordnete die Kürzung des Forschungsetats, was auch für die Zukunft Europas nicht ohne Konsequenzen bleiben könne.

Auf die Frage eines griechischen Schülers nach den Gewinnern der Eurokrise geht der Politiker nicht direkt ein. Ausweichend verweist Wieland auf den wohlstandsfördernden Effekt der Europäischen Union, um dann auf die hausgemachten Probleme Griechenlands einzugehen. Seine Kritik,  "Europa ist keine Kuh, die im Himmel gefüttert und auf der Erde gemolken wird", sorgte bei einigen Besuchern für Unmut. Er fordert die europäischen Staaten zu einem ausgeglichenen Haushalt auf und ergänzt, Europa befände sich in einer gefährlichen Lage, "wir sind reich und schwach zugleich. Der Bevölkerungszahl nach werden wir immer unbedeutender. Vor 100 Jahren stellten wir 20 Prozent der Weltbevölkerung, heute sind es nur noch 8 Prozent". Ausdrücklich warnt er vor einem Austritt Griechenlands aus der Gemeinschaft: "Die Schulden bleiben gleich und wenn ihre Währung nur noch halb soviel Wert ist, dann sind ihre Schulden doppelt so hoch."

Jede Gruppe hat danach eine Minute Zeit, um ihre Schule vorzustellen. Da heißt es, sich kurz zu fassen. Thea Krahl, Annelie Röben, Hanna Murmann, Anna-Sophie Möschke, Pauline Boe und die Gastschülerin Sephora Vallotom gehen gemeinsam zum Rednerpult, an dem am Tage zuvor noch der französische Staatspräsident Hollande für eine Erhöhung des Haushaltes plädierte. Die Aufregung ist ihnen kaum anzumerken. Auf den Leinwänden im Parlamentsgebäude prangt für alle Schüler sichtbar ein Foto des Alten Gymnasiums Oldenburg und ein Klassenfoto.

Nach dem Mittagessen wird es allmählich ernst: In sechs Räumen simulieren die Jugendlichen unter fachlicher Anleitung Sitzungen. Die Themen haben sie schon zu Hause vorbereitet. Einer der Schüler-Ausschüsse beschäftigt sich mit Migration und Integration in der Union. Eine andere Gruppe geht der Frage nach, welche Möglichkeiten die aktuellen Informations- und Kommunikationstechnologien bieten und welche Risiken sie bergen. Die Jugendlichen debattieren über Regeln des Zusammenlebens und darüber, wie das Interesse der Mitbürger am demokratischen politischen Leben der EU gesteigert werden kann.

Langsam tasten sich die "Politiker für einen Tag" an einander heran, lächeln erleichtert, wenn sie eine vertraute Sprache hören. Manche tun sich schwer, über den eigenen Schatten zu springen und auf Englisch loszulegen, die Sprachkenntnisse variieren. Doch schließlich wird rege diskutiert, am Ende steht eine Beschlussvorlage. Die Zeit ist knapp - zu knapp, um den Themen wirklich auf den Grund zu gehen, aber es soll ja um einen Einblick in die Parlamentsarbeit gehen, sei er auch noch so kurz. Dann geht's wieder in den großen Plenarsaal, wo sich alle Gruppen treffen, gemeinsam beraten und Argumente abwägen, wo die Tasten für die Sprachkanäle und die Übersetzer hinter den Glasscheiben die Kommunikation erleichtern.
Zum Abschluss tragen Schüler die Flaggen ihrer Staaten durch den Innenraum vor dem Rednerpult - ein bisschen Pathos gehört eben auch zu Europa. Dazu erklingt Beethovens "Ode an die Freude" aus dem Schlusssatz der neunten Sinfonie.

Auch die beiden Lehrer haben Interessantes erlebt: "Wir saßen zufällig mit ungarischen, italienischen und polnischen Kollegen zusammen", blickt Ludger Hillmann zurück. Man habe beim Mittagessen viel über die Bildungssysteme in den Ländern gesprochen. "Übers Essen wird man sich schnell einig. Das war insgesamt ein schönes Erlebnis."
Der Fachlehrer Hillmann lässt den Tag zufrieden Revue passieren: "Für alle Beteiligten ein ausgesprochen spannender und informativer Austausch. Besonders hat mich über den Austausch zwischen den Schülerinnen und Schülern über die Landessprache hinaus gefreut.  Das ist doch etwas anderes, als wenn man Europa aus Büchern kennen lernt." Er könne sich gut vorstellen, nun öfter mit Schulklassen am Euroscola-Wettbewerb teilzunehmen."

 
 

Euroscola am 18. Januar 2013

Bericht der Carl-Helbing Schule aus Emmendingen

"Am 18. Januar 2013 fuhren wir, die Klasse 13.1 der Carl-Helbing Schule aus Emmendingen,  nach Straßburg zum Euroscola-Tag. Wir waren die einzigen Vertreter der Bundesrepublik Deutschland!

Faszinierend war die Größe des Europäischen Parlaments, welche uns gleich zu Beginn beeindruckte. Nach der Sicherheitskontrolle erwartete uns zuerst eine Führung durch den Louise-Weiss-Gebäudekomplex, wo eine klasseninterne Aufteilung in die Diskussionsgruppen (Migration und Integration, 2013 - Europäisches Jahr der Bürgerinnen und Bürger, Umwelt und erneuerbare Energien, Zukunft Europas, Agrarpolitik, Informationsfreiheit und aktive Teilhabe) stattfand. Ab sofort waren die Schüler unter sich. Schon beim Frühstück wurden erste Kontakte mit Bulgaren und Belgiern geknüpft. Die zuvor festgelegten Sprecher, die die Klasse später im Plenarsaal präsentieren sollten, wurden als erste Gruppe in den Plenarsaal geführt und hatten die Ehre in der ersten Reihe Platz nehmen zu dürfen. Nach und nach füllte sich der Saal mit den restlichen Schülern aus ganz Europa. Wir hatten das Glück den polnischen Abgeordneten Jacek Saryusz-Wolski anzutreffen, der uns auf unsere Fragen Rede und Antwort stand; dabei ging es vor allem um die Mitgliedschaft von England in der EU, die Politik von Griechenland und das Zusammenleben der Griechen und Türken in Zypern.

Es folgte die Vorstellung der einzelnen Klassen durch die jeweiligen Sprecher auf Englisch, Französisch, Spanisch und Deutsch. Es durfte jedoch nicht die eigene Muttersprache sein. Durch Dolmetscher wurde es uns ermöglicht jede Sprache zu verstehen. Um 12.45 Uhr wurden die Klassen zurück in den Speisesaal geführt, wo sie sich zum Mittagessen einfanden. Mit gesättigtem Gefühl starteten wir das Eurogame, bei dem ein Fragebogen, bestehend aus 27 Fragen auf unterschiedlichen Sprachen, beantwortet werden musste. Hierzu bildeten wir mit anderen Schülern ein Team, um die jeweiligen Fragen zu übersetzen und richtig ausfüllen zu können.

Anschließend wurden die einzelnen Diskussionsausschüsse in die Ausschussräume geführt. Dort angekommen wählten wir einen Chairman und einen Writer, welche unsere Ergebnisse später im Plenarsaal präsentieren sollten. Bis 16 Uhr diskutierten wir mit anderen Schülern über die Gruppenthemen wie beispielsweise Integration. Bedingung war hierbei, dass sich Schüler aus mindesten drei verschiedenen Nationen zusammenfanden.

Danach wurden die Ergebnisse im Plenarsaal durch den Chairman eingeführt und durch den Writer näher erläutert. Nur zehn Minuten blieben dem Writer um das Publikum von den Ergebnissen zu überzeugen. Eine Fragerunde verdeutlichte die Meinung der Zuhörer und Schüler. Lediglich eine Präsentation wurde von den Schülern abgelehnt, die anderen konnten deutlich überzeugen. Um 17.30 Uhr fand das Finale des Eurogames mit den vier besten Gruppen statt. Nach einer kniffligen Quizrunde, die die Bereiche Politik und Musik umfassten, folgte die Übergabe der Medaillen an die Gewinnergruppe sowie die Übergabe der Preise an das beste Lehrerteam. Letztlich trugen die Sprecher die 27 Fahnen der EU-Mitgliedsstaaten in den Plenarsaal, während die Europahymne ertönte. Der erlebnisreiche Tag endete um 18 Uhr.

Der Euroscola-Tag war für jeden von uns eine einzigartige Erfahrung. Toll fanden wir auch das Zusammentreffen  von verschiedenen Kulturen und deren unterschiedlichen Meinungen und Erfahrungen. Es war eine tolle Gelegenheit unsere Englischkenntnisse anzuwenden, obgleich wir viele Fachbegriffe benötigten. Wir nehmen gute Unterhaltungen, Vertiefung unseres Politikwissens und neue Freundschaften von diesem Tag mit. Die aufwändige Planung und Organisation sowie die Vielfalt der Sprachen und Kulturen war ein positives Erlebnis.

Abschließend können wir sagen, dass wir diese Erfahrung nicht mehr missen möchten und sie jedem Schüler nur empfehlen können!"

Von Esra Ural, Franziska Streblow und Diana Klank

 
 

Euroscola am 14. September 2012

Bericht des Burggymnasiums Kaiserslautern

"Am Freitag, den 14. September, fuhren wir nach Straßburg um am Euroscola-Planspiel des Europäischen Parlaments teilzunehmen. Wir, das sind zehn Schülerinnen und Schüler des Französisch-Bilingual-Kurses der zwölften Jahrgangsstufe des Burggymnasiums aus Kaiserslautern.

Im Laufe des letzten Schuljahres hatten wir erfolgreich am deutschen Euroscola-Wettbewerb teilgenommen und uns für den Besuch in Straßburg qualifiziert. Den Wettbewerbsbeitrag, einen Film zu dem Thema "Unis dans la diversité - In Vielfalt geeint", realisierten wir mithilfe unserer Lehrerin Florence Kernec'h und führten dafür Interviews mit aus dem europäischen Ausland stammenden Kaiserslauterern.

Euroscola ermöglicht es jeweils 350 Schülern aus den EU Mitgliedsstaaten zwanzig Mal im Jahr im Europäischen Parlament über aktuelle Fragen der Europapolitik zu diskutieren. Als einzige Besuchergruppe, der es erlaubt ist, auf den Bänken der Abgeordneten Platz zu nehmen, können die Jugendlichen so möglichst realistisch deren Arbeit nachvollziehen.

Nach der für 8.30 Uhr geplanten Ankunft im Europäischen Parlament, dem Passieren der Sicherheitskontrollen und ersten Einweisungen in den Tagesablauf, gab es ein kleines Frühstück im Restaurant der Abgeordneten. Mit Beginn des offiziellen Programms um 10 Uhr wurde im Plenarsaal für die Begrüßung und eine Präsentation des Europäischen Parlaments und der Europäischen Union Platz genommen. Im Anschluss daran folgte die Präsentation des Wettbewerbsbeitrags und der Heimatstadt durch ein Mitglied jeder Schülergruppe. Dies erfordert vor über 300 Jugendlichen einigen Mut. Luisa Budras übernahm diese Aufgabe für das Burggymnasium Kaiserslautern.

Das Eurogame, das nach dem Mittagessen im Restaurant des Europäischen Parlaments stattfand, förderte die Kommunikation zwischen den Jugendlichen der verschiedenen Nationen. Eine Mannschaft aus vier Schülern hatte die Aufgabe, Fragen über die Europäische Union in den 23 EU-Amtssprachen zu beantworten. Die finale Runde fand als Abschluss des Programms im Plenarsaal statt. Erfreulich war, dass unter anderem eine Schülerin aus unserer Gruppe, Mihaela Stoyanova, im Finale des Eurogames stand und den zweiten Platz belegte.

Dann ging es in die sechs Arbeitsgruppen, die sich gegen 14 Uhr in den Sitzungssälen der Ausschüsse zur Debatte und zum Meinungsaustausch über die europäischen Prioritäten trafen. Die Themen wurden im Voraus von den Schülern vorbereitet. Je zwei Sprecher präsentierten die Resolutionen im Anschluss in der Plenarsitzung, in welcher von den Schülern auch darüber abgestimmt wurde. Nach der Überreichung der "Euroscola-Diplome" und der Europahymne war noch Zeit für private Erinnerungsfotos, bevor gegen 18 Uhr die Abreise angetreten wurde.

Für uns war es ein tolles Erlebnis, mit Jugendlichen aus 17 verschiedenen Ländern in Kontakt treten zu können und sich mit der Europapolitik auf anderer Weise auseinander zu setzen. Ein besonderes Highlight war, dass Luisa Budras vom Fernsehsender France 3 interviewt wurde. Trotz der allgemein positiven Erinnerungen fanden es die Schüler schade, dass so wenig Zeit für den privaten Austausch mit anderen Jugendlichen blieb. Abschließend bleibt jedoch zu sagen, dass das Euroscola Planspiel mit Themen wie "Die Stellung der europäischen Werte in der Welt" und "Migration und Integration" das Wettbewerbsthema sehr gut widerspiegelt und wir jederzeit wieder mitmachen würden."

Von Katharina Buhl, Katja Rech, Mihaela Stoyanova und Jasmin Wagner

 
 

Kontakt

Fragen zum Euroscola-Programm und dem Euroscola-Wettbewerb können Sie an Anne Freidank im Informationsbüro des Europäischen Parlaments richten:

Europäisches Parlament
Informationsbüro in Deutschland
Unter den Linden 78
10117 Berlin
Telefon: 030 2280 1000
Fax: 030 2280 1111
E-Mail: anne.freidank@europarl.europa.eu