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Presse - Fotografen
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09-02-2017

Rückblick: EP-Berichterstatter im Dialog mit Maria Noichl

zum Thema „Agrarlandkonzentration“ am 9. Februar 2017

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Berichterstatter im Dialog" stellte Maria Noichl, Mitglied des Europäischen Parlaments (SPD), als zuständige Berichterstatterin im AGRI-Ausschuss ihren Initiativbericht zur "Agrarlandkonzentration" vor.

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Der Konzentrationsgrad von Agrarland in Europa ist alarmierend: Bereits 2010 kontrollierten in der EU-27, 2,7% der Betriebe 50,6% der europäischen landwirtschaftlich genutzten Flächen. Zusätzlich zeigten Zahlen von 2012, dass 80% der Betriebe lediglich über 12% des Agrarlandes verfügen. Diese „Agrarlandkonzentration“ wird derzeit im Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung (AGRI) des Europäischen Parlaments im Hinblick darauf diskutiert, wie Landwirtinnen und Landwirten der Zugang zu Land erleichtert werden könnte. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „EP-Berichterstatter im Dialog" stellte die Europaabgeordnete Maria Noichl (SPD) als zuständige Berichterstatterin im AGRI-Ausschuss am 09. Februar 2017 ihren Initiativbericht mit dem Entwurf einer Entschließung im Europäischen Haus in Berlin vor.

Die Berichterstatterin beschrieb zunächst den großen Umfang der Agrarlandkonzentration in Europa und kritisierte auch die zunehmende Auslagerung von Futterflächen ins Ausland. Sie betonte, dass es sich bei Agrarland nicht um eine reguläre Handelsware handele, da Boden eine endliche Ressource sei und der Zugang zu Grund und Boden zu den Grundrechten der Menschen zähle. Der von ihr vorgestellte Bericht über den aktuellen Stand der Agrarlandkonzentration in Europa empfiehlt den EU-Mitgliedstaaten, im Zuge der Bodenpolitik eine breite Steuerung des Bodeneigentums sicherzustellen und Landwirtinnen und Landwirten beim Erwerb von Agrarland Vorrang einzuräumen. Des Weiteren wird eine Bodenmarktpolitik gefordert, die jungen Menschen den Einstieg in die Landwirtschaft erleichtert und den Anstieg der Kauf- und Pachtpreise landwirtschaftlicher Flächen dämpft. Zudem wird im Berichtsentwurf die Einführung einer zentralen Beobachtungsstelle gefordert sowie die Umsetzung der „Freiwilligen Leitlinien für die verantwortungsvolle Verwaltung von Boden- und Landnutzungsrechten, Fischgründen und Wäldern“ der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen.

In der anschließenden Debatte erfuhren die im Initiativbericht genannten Forderungen Zuspruch durch die Teilnehmenden der Veranstaltung. Diskutiert wurde auch, inwieweit das System der landwirtschaftlichen Direktzahlungen reformiert werden sollte.

Die Abstimmung im Ausschuss über den Bericht ist am 21. März 2017 geplant.

„EP-Berichterstatter im Dialog“ ist eine gemeinsame Veranstaltungsreihe des Informationsbüros des Europäischen Parlaments in Deutschland und des Netzwerks Europäische Bewegung Deutschland.

Informationen zu Maria NOICHL